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Anhängeleiter vom DDR-Typ AL 12



Die Anhängeleiter vom DDR-Typ AL 12 wurde von der Firma VEB Feuerlöschgerätewerk Luckenwalde hergestellt. Die Anhängeleiter vom DDR-Typ AL 12 war Baujahr 1980 und wurde am 15.09.1980 einschließlich Sonderzubehör geliefert. Das Sonderzubehör bestand aus 2 Halteleinen a 15m mit Karabinerhaken, einer Warnlampe und einer Warnflagge.

Die Anhängeleiter vom DDR-Typ AL 12 hatte die Fabrikations-Nr. 80 162.

Die mechanische Leiter war auf einem Spezialfahrzeug aufgebaut. Es bestand aus einem verwindungssteifen Stahlprofilrahmen, der auf einer Seite mittels eines Bolzens und auf der anderen Seite durch eine Stellspindel an der luftbereiften Achse befestigt war. Mit Hilfe der Stellspindel konnte der Fahrgestellrahmen und damit auch die Leiter in lotrechte Stellung gebracht werden, wenn die Achse infolge Unebenheit des Geländes schräg stand.

Das Fahrgestell war mit einer Feststellbremse, je 2 Stützspindeln an der Achse und am Querbalken, mit einem Lenkrad, einem Gerätekasten sowie mit Kotflügeln und einer elektrischen Schlußbeleuchtung ausgerüstet.

Die mechanische Leiter war zweiteilig und konnte maximal bis auf eine Höhe von 12m ausgefahren werden.

In das Fahrgestell war das Getriebe zum Aufrichten der Leiter eingebaut. Zur Verminderung der Unfallgefahr besaß das Aufrichtgetriebe eine Selbsthemmbremse, die ein Herumschlagen der Handkurbel beim Loslassen verhinderte.

Die Leiterteile waren aus Stahlleichtprofilen zusammengeschweißt. In Ausnahmefällen wurden Holzleiterteile mit Stahlverspannung verwendet. Um ein Abgleiten beim Besteigen zu verhindern, waren bei Stahlleitern die Sprossen mit einem geriffelten Gummibelag überzogen. Er diente im Winter auch als Kälteschutz.

An den ausschiebbaren Leiterteilen befanden sich je ein paar selbsttätig wirkende Fallhaken, die in Betriebsstellung die Leiterteile verriegelten und die Auszugsseile entlasteten. Durch Rollenführung war eine leichte Beweglichkeit der Leiterteile gewährleistet. Eine Signalglocke an der Unterleiter zeigte akustisch das Erreichen der größten Leiterlänge an. Endanschläge an allen Leiterteilen blockierten die Leiter bei Überschreitung der maximal zulässigen Auszuglänge.

Am Leiterfuß der unteren Leiter war ein Gradanzeiger angebracht, der für jeden Neigungswinkel die zulässige Leiterlänge und Nutzlast angab und mittels Pendel den Neigungswinkel und die eventuelle Schräglage der Leiter anzeigte. An der Unterleiter waren auch die Anhängevorrichtung für den Leitertransport und das Auszuggetriebe montiert.

Zur serienmäßigen Ausstattung der Stahlleiter gehörten ein klappbarer Montagetritt und ein Schutzbügel an der Leiterspitze. In Fahrstellung wurden durch eine selbsttätig wirkende Kugelsperrvorrichtung die Leiterteile verriegelt und damit ein Ausfahren der Leiterteile verhindert.

Um Beschädigungen der Leiter zu vermeiden, durfte die Fahrgeschwindigkeit 25 km/h nicht überschreiten.

Vor Inbetriebnahme der Leiter war darauf zu achten, daß der Untergrund, auf dem das Fahrgestell steht, fest war und den Druck der Stützspindeln sicher aufnehmen konnte. Besonderer Wert wurde auf die Sicherheit gelegt. So durften nur Personen, die Leiter bedienen und besteigen, die mit der Bedienungsanleitung und der damaligen Arbeitsschutzanordnung Nr. 12/3 vertraut waren.

Der sicherheitstechnische Zustand der Anhängeleiter wurde jährlich überprüft und in einem Prüfbuch schriftlich festgehalten.

Das Foto zeigt die Anhängeleiter vom DDR-Typ AL 12 auf dem Betriebshof Eberswalde, Poratzstraße.

Anhängeleiter vom DDR-Typ AL 12 auf dem Betriebshof Eberswalde, Poratzstraße


Die Anhängeleiter vom DDR-Typ AL 12 war von 1980 bis 2004 beim VEB Kraftverkehr Eberswalde und dessen Nachfolgern im Einsatz.
Die Anhängeleiter wurde dann ausgesondert und an privat abgegeben.

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