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Auszug aus der lokalen Wochenzeitung Der Blitz vom 07./08.03.2015:

Obus-Pläne festgeschrieben

Ziel im Nahverkehrsplan des Kreises: Erschließung von Finow und Finowfurt / Künftig drei Linien

Eberswalde (kä). Es klingt wie ferne Zukunftsmusik und ist doch ein konkretes Ziel: In Eberswalde können die Fahrgäste im öffentlichen Personennahverkehr künftig zwischen drei Obus-Linien wählen. Mehr noch: Am Kleinen Stern in Finow wird nicht mehr in Richtung Brandenburgisches Viertel oder Eberswalde abgedreht, sondern die Fahrt im Obus geht weiter - am Großen Stern vorbei entweder bis zur Messingwerksiedlung, in die Biesenthaler Straße hinein bis zum Wohnpark Finow oder gar bis nach Finowfurt.

All diese Möglichkeiten sind als sogenanntes Zielkonzept im Barnimer Nahverkehrsplan für die Jahre 2017 bis 2026 festgehalten, der jüngst durch den Barnimer Kreistag beschlossen wurde. In dem Plan ist zwar ausdrücklich davon die Rede, dass es sich um eine „Optimierung des vorhandenen Linienangebotes” und nicht um eine Ausweitung des Grundangebotes handelt. Die neu geplanten Linienführungen würden dennoch eine erhebliche Erweiterung des „Obus-Einflussbereiches” bedeuten, vor allem im Stadtteil Finow.

Was ist konkret vorgesehen? Die beiden Obus-Linien  861  und  862  sollen künftig nicht mehr im Ringverkehr fahren. Die bisherige Obus-Linie  861  von Nordend würde über den Kleinen Stern in Finow hinaus zur neuen Endhaltestelle in der Biesenthaler Straße verlängert werden. Zwischen Wolfswinkel und Schönholzer Straße geht es nicht mehr über die Eberswalder Straße, sondern über den Kopernikusring und die Fritz-Weineck-Straße.

Die Obus-Linie  862  von Ostend würde weiter durch das Brandenburgische Viertel und dann über den Kleinen Stern hinaus bis zu einer neuen Endhaltestelle Erich-Steinfurth-Straße in der Messingwerkstraße führen. Als Dritte im Bunde käme die Bus-Linie 910 dazu, die in den Obus-Verkehr integriert wird, und künftig von Eberswalde Südend über den Kleinen Stern in Finow bis nach Finowfurt geht. Erklärtes Ziel dabei: Anstatt zwei Obus-Linien mit wechselnden Taktzeiten fahren künftig im Stadtgebiet drei Obus-Linien mit einem einheitlichen Taktangebot. Montags bis freitags jeweils von 4 bis 23 Uhr im 20-Minuten-Takt und am Wochenende von 5 bis 23 Uhr im 30-Minuten-Takt. Wie schnell und wann genau die Umstellung vollführt wird, ist noch nicht abzusehen.

Erste Überlegungen zu den geplanten Veränderungen und ihren Auswirkungen werden jetzt zwar im Rahmen einer Diplomarbeit angestellt, berichtet Frank Wruck, Geschäftsführer der Barnimer Busgesellschaft (BBG). „Die Veränderungen werden aber frühestens im Jahr 2017 beginnen, eher später”, dämpft er die Erwartungen. Die Umsetzung hänge nicht nur von verschiedenen Untersuchungen, sondern auch von den Finanzen ab. Zudem gehe es um ganz praktische Fragen, die in Zusammenarbeit mit allen Betroffenen, also auch den Verantwortlichen in der Stadt und den Einwohnern, geklärt werden müssen.

Als Beispiel nennt Wruck die Situation in der Biesenthaler Straße. Man könnte hier wohl neue Oberleitungen installieren, andererseits könnten die aktuellen Busse die Strecke auch ohne Strom per Motorkraft zurücklegen. Es sei allerdings nicht zu erwarten, dass die lauten Geräusche der Dieselmotoren bei den Anwohnern auf Gegenliebe stoßen.

In der Eberswalder Stadtpolitik sind die Obus-Pläne bereits ein Diskussionsthema. So befürchtet der Stadtverordnete Carsten Zinn (Alternatives Wählerbündnis) eine Benachteiligung des Brandenburgischen Viertels, da hier künftig nur noch eine Linie fahren würde. Für den Stadtteil Finow freut sich indes der CDU-Stadtverordnete Dietmar Ortel, der sich für die Finower jenseits des Kleinen Sterns vor allem eine bessere Erreichbarkeit in Richtung Eberswalder Bahnhof verspricht. Beim BBG-Chef hat er zudem schon konkret angefragt, ob am Großen Stern dann auch eine Haltstelle eingerichtet werden könne.