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Podiumsdiskussion über Obus



Am 08.04.2008 um 18:00 fand in der Aula der Fachhochschule Eberswalde eine Podiumsdiskussion zum Thema

„Tradition in Bewegung - Zukunftsvisionen für den Obus in Eberswalde”

statt. Zu dieser Podiumsdiskussion hatte die CDU-Fraktion der Eberswalder Stadtverordnetenversammlung eingeladen.

Auf dem Podium hatten Herr Christian Vana von der MAN Nutzfahrzeuge AG, Herr Martin Schmitz von Vossloh Kiepe Elektrik, Herr Hans-Joachim Blomenkamp, Fraktionsvorsitzender der CDU-Stadtfraktion und Herr Frank Wruck, Geschäftsführer der Barnimer Busgesellschaft Platz genommen.

Etwa 35 Bürger, darunter der stellvertretende Landrat des Landkreises Barnim Herr Carsten Bockhardt sowie einige Eberswalder Stadtverordnete, nahmen an der Podiumsdiskussion teil.

Zu Beginn der Veranstaltung wurden drei Kurzvorträge gehalten. Herr Vana von der Firma MAN stellte u.a. neueste Blockaggregate für die Stromerzeugung und Speicherung in Duo- bzw. Hybridbussen vor. Herr Schmitz von der Firma Vossloh Kiepe Elektrik referierte über Techniken zur Senkung von CO2-Emissionen im Busverkehr. Auch er stellte Speichertechnik für Elektroenergie in Bussen vor.
Interessant auch die Ausführungen von Herrn Frank Wruck, Geschäftsführer der Barnimer Busgesellschaft. Er informierte darüber, dass die BBG in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut Verkehrs- und Infrastruktursysteme Dresden und der Firma RWS Neuenhagen einen Kombinationsspeicher bestehend aus Hochleistungskondensatoren und Lithium Ionen Batterien für den Einsatz im Eberswalder Obus entwickelt.

Einig waren sich die Experten, dass dem Elektroantrieb aufgrund der Möglichkeit der Speicherung der beim Bremsen anfallenden Energie die Zukunft gehört. Mit diesem System sind Energieeinsparungen bis zu 35 % möglich. Der Brennstoffzellenantrieb benötigt für die Serienreife noch mindestens 10 Jahre.

Herr Wruck machte weiterhin interessante Vorschläge für die Anpassung der Eberswalder Obus-Linien an den Beförderungsbedarf. So sollten etwa die Ostender Höhen angebunden werden. Auch die Linienführung im Stadtteil Finow bedarf dringend einer Veränderung. Die Obusse befahren derzeit im Stadtteil Finow die relativ wenig bewohnte B 167 bzw. Brandenburger Allee/Schönholzer Strasse. Das Wohnviertel Finow Ost, also Ringstraße etc., werden dagegen nicht angefahren. Auch wäre eine Anbindung des Flugplatzes Finow bei weiterem Ausbau desselben notwendig sowie eventuell auch die bereits einmal geplante Verbindung zum Walzwerk könnte bei weiterer Entwicklung des Industriestandortes am Walzwerk wieder von Interesse sein.

Die Anbindung der Ostender Höhen könnte über die jetzige Endhaltestelle Ostend hinaus über die Saarstraße in Richtung Deponie und dann über die Ostender Höhen zur Freienwalder Straße erfolgen. Voraussetzung dafür wäre ein Neubau der Saarstraße zwischen jetziger Endhaltestelle und den Ostender Höhen durch die Stadt Eberswalde.

Die jetzige Obus-Linie  861  könnte in Finow nach der Haltestelle Wolfswinkel über die Fritz-Weineck-Straße zum Kleinen Stern, weiter zum Großen Stern und dann über die Biesenthaler Straße zum Flughafen Finow geführt werden. Mit dieser Linienführung könnte die sogenannte Fliegersiedlung und auch der Friedhof in Finow angefahren werden.

Die jetzige Obus-Linie  862  könnte in Finow vom Kleinen Stern weiter über die Dorfstraße zum Walzwerk in der Mühlenstraße geführt werden. Eine weitere Stufe könnte von der Mühlenstraße über Altenhofer Straße und Eberswalder Straße, Großen Stern zurück zum Kleinen Stern führen. Das bereits jetzt auf den Zielbändern der Obusse vorhandene Zielschild "Finow Post" könnte endlich einer Nutzung zugeführt werden.

Der bestehende Ringverkehr der beiden Obus-Linien zwischen Finow und Brandenburgischen Viertel würde damit ein Ende finden. Dafür könnte ein neuer Ring vom Kleinen Stern über Dorfstraße, Mühlenstraße (Walzwerk), Altenhofer Straße (Finow Post), Eberswalder Straße und Großen Stern zurück zum Kleinen Stern entstehen. Ob die Linienänderungen auch mit einem Neubau der Fahrleitung verbunden sind oder mit Duo-Bussen befahren werden, blieb offen. Ein eventueller Neubau von Fahrleitungen schien im Verlaufe der Diskussion eher unwahrscheinlich.

Als Termin für die Anschaffung neuer Obusse oder auch Duo-Busse schlug Herr Wruck den 70. Jahrestag des Eberswalder Obus-Verkehrs im November 2010 vor.

Ein Bürger machte den Vorschlag, die Staustufen der Eberswalder Stadtschleusen des Finow-Kanals mittels kleiner Wasserkraftwerke für die emissionsfreie Erzeugung von Elektroenergie für den Eberswalder Obus zu nutzen.

Gegen 20:00 Uhr ging die Podiumsdiskussion zu Ende, die viele Denkanstöße gab, aber auch viele Fragen offen ließ.

Podiumsdiskussion über den Eberswalder Obus am 08.04.2008 in der Fachhochschule Eberswalde


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