Sie sind hier: Übersicht > 4.7. Zeitraum von 2006 - bis heute > Niederflur-Obus vom polnischen Typ Solaris trollino 15 AC

Niederflur-Obus vom polnischen Typ Solaris Trollino 15 AC



Am 29.08.2006 gegen 12:45 Uhr traf per LKW-Tieflader ein Obus-Vorführwagen aus dem tschechischen Ostrava auf dem  Betriebshof Nordend  der Barnimer Busgesellschaft mbH ein.

Ankunft des Obusses vom Typ Solaris Trollino 15 AC auf dem Betriebshof Eberswalde/Nordend


Der Vorführwagen war ein Obus vom polnischen Typ Solaris Trollino 15 AC des Baujahres 2004 mit der tschechischen Wagen-Nr. Ostrava 3603. Die Karosserie wurde von der polnischen Firma SOLARIS gefertigt, die elektrische und elektronische Ausrüstung von der tschechischen Firma CEGELEC. Der Einbau der elektrischen Ausrüstung erfolgt durch die tschechische Firma Dopravní podnik Ostrava a.s., also durch die Verkehrsbetriebe Ostrava/CZ. Der Obus ist bereits seit 2004 bei den Verkehrsbetrieben Ostrava/CZ im Einsatz und weilte zwischendurch zu Vorführeinsätzen in anderen Obus-Betrieben. So in Am 30.08.2006 wurde die erste Testfahrt mit dem Obus vom Typ Solaris Trollino 15 AC im Eberswalder Obus-Netz durchgeführt. Nachdem diese Testfahrt verlief erfolgreich, konnte ein Einsatz im Eberswalder Obus-Verkehr erfolgen.

Erste Testfahrt mit dem Obus vom Typ SOLARIS/DPO/CEGELEC 15 AC im Eberswalder Obus-Netz


Der Obus wurde in Eberswalde zu umfangreichen, für die Eberswalder Bürger kostenlosen, Vorführfahrten auf den Obus-Linien  861  und  862  eingesetzt. Insbesondere wurde das Fahrzeug am Tag der offenen Tür 2006 der Barnimer Busgesellschaft am 02.09.2006 der Öffentlichkeit präsentiert .

Im Weiteren einige technische Daten des Obusses vom Typ Solaris Trollino 15 AC.

Das Fahrzeug ist ein 3-achsiger Niederflur-Obus, der eine selbsttragende Karosserie aus Niro-Stahl und -Blechen hat. Die B-Achse wird angetrieben. Die C-Achse lenkt mit. Das Fahrzeug hat 3 Einstiegstüren.

Fahrzeuglänge14590mm
Fahrzeuglänge mit Stromabnehmern16540mm
Fahrzeugbreite2550mm
Fahrzeughöhe3300mm
Radstand zwischen 1. und 2. Achse6800mm
Radstand zwischen 2. und 3. Achse1690mm
vorderer Überhang2700mm
hinterer Überhang3400mm
Böschungswinkel vorn u. hintenjeweils 7°
Leergewicht13800kg
zulässiges Gesamtgewicht25000kg
Achslast vorn80kN
Achslast mitte115kN
Achslast hinten60kN

Die Höhe des Fußbodens über der Fahrbahn beträgt 360 mm. Desweiteren kann die rechte Seite des Obusses um ca. 80 mm abgesenkt bzw. 60 mm angehoben werden (sog."kneeling"). Dies erleichtert Rollstuhlfahrern und auch Müttern mit Kinderwagen den Einstieg.

An der Vorderachse wird die Bereifung 315/60 R 22,5 152/148L, an der B- und C-Achse wird die Bereifung 275/70 R 22,5 148/145J verwendet. Die B-Achse ist zwillingsbereift.

Die Vorderachse ist vom Typ ZF RL 85A starr, die Mittel(Treib-)-Achse vom Typ ZF AV-132 90°/7° Portal und die Hinterachse vom Typ ZF RL 85A/N starr.

Das Fahrzeug ist mit einer elektrodynamischen Bremse mit Netzrückspeisung sowie einem Zwei-Kreis-Druckluftbremssystem ausgestattet. Es hat an allen Achsen Scheibenbremsen und verfügt über ABS, ASR, Haltestellen- und Feststellbremse und einen beheizten Einkammer-Lufttrockner. Die Druckluftbehälter sind aus Aluminium. Über Plasteleitungen wird die Druckluft verteilt.

Das Fahrzeug hat je nach Ausführung 36-40 Sitzplätze zuzüglich einen Fahrersitz und 120-124 Stehplätze.

Hier ein Foto des Fahrerarbeitsplatzes, der sich in einer abgeschlossenen Kabine befindet.

Fahrerarbeitsplatz des Obusse vom Typ Solaris Trollino 15 AC


und des Fahrgastraumes (fotografiert von vorn nach hinten):

Fahrgastraum des Obusse vom Typ Solaris Trollino 15 AC


Das Fahrzeug ist mit einem Luftfederungsystem ECAS Wabco und hydraulischen Stoßdämpfern ausgrüstet.

Die Lenkung ist vom Typ ZF Servocom 8098. Das Lenkrad ist verstellbar und wird mittels einer pneumatischen Verriegelung festgestellt.

Die Drehstrom-Traktionsausrüstung TV EUROPULSE der Firma CEGELEC Prag arbeitet unter Einsatz von IGBT-Transistoren .

Das Fahrzeug wird durch einen Dreiphasen-Asynchronmotor mit Kurzschlußläufer des Typs TAM 1009 C mit 175 kW Leistung angetrieben. Alternativ kann ein niedertouriger 6-poliger Dreiphasen-Asynchronmotor des Typs TAM 1051 C6 mit 200 kW Leistung verwendet werden. Die Frequenzregelung des Asynchronmotors wird durch den Wechselrichter ausgeführt, der zusammen mit dem statischen Umformer und dem Antriebsmotor im sogenannten "Motorturm", der von der Dieselvaraiante übernommen wurde, untergebracht ist. Inzwischen ist es auch möglich, den Fahrgastraum komplett zu nutzen und die im "Turm" untergebrachte Technik komplett auf das Dach zu verlegen.

Der Obus erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h.

Im Foto links hinten, der sogenannte Motorturm


Der Elektromotor erhält die Antriebsenergie über 2 Stromabnehmer von der Fahrleitung. Die Stromabnehmer sind auf dem Dach so angeordnet, daß der Obus bei Parallelfahrt bis zu 4 m neben der Fahrleitung fahren kann. Diese Stromabnehmer sind jeweils über ein Seil mit Trolleyfängern verbunden, die beim Entgleisen des Stromabnehmerkopfes aktiv werden. Mit diesen Seilen kann der Fahrer bei Bedarf die Stromabnehmer Anlegen oder Abziehen.

Das 24V-Bordnetz, die Batterienachladung, der Kompressor-Antrieb und der Antrieb der Servo-Lenkung des Obusses werden über einen statischen Bordnetzumrichter aus der Baureihe SMTK der Firma CEGELEC versorgt. Der statische Bordnetzumrichter erzeugt 3-Phasen-Wechselstrom mit einer Spannung von 3x400 V und einer Frequenz von 50 Hz sowie 24V- Gleichstrom. Dieser statische Bordnetzumrichter ist nicht nur der "Ersatz" für die in anderen Kraftfahrzeugen übliche "Lichtmaschine", sondern er kann auch bei kurzzeitigen Netzausfällen (Überfahren von Weichen, Kreuzungen z.B.) aus der 24-Volt-Batteriespannung 400 Volt Drehstrom u.a. für die Hydraulikpumpe herstellen. Somit bleibt der Wagen auch in solchen Situationen leicht lenkbar.

Der Vorführ-Obus war zu unterschiedlichen Zeiten bis zum 07.09.2006 im Einsatz. Auf der letzten Runde durch die Stadt Eberswalde wurde der Obus noch "eberswalderisiert". Schmierfinken erwiesen sich als schlechte Gastgeber und bemalten den Obus mit Farbstiften.

Am 08.09.2006 gegen 13:00 Uhr erfolgte der Rücktransport des Obusses nach Ostrava/CZ per LKW-Tieflader.

Multicounter.de