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Aus der Märkischen Oderzeitung vom 10.01.2001:

Busgesellschaft und Polizei starten mit Pilotprojekt

Ordnungspartnerschaft für den Barnim vereinbart

Von MONIKA SCHMIDT

Eberswalde (MOZ) Barnimer Busgesellschaft (BBG) und Polizei haben ein gemeinsames Pilotprojekt gestartet. Die Ordnungspartnerschaft, die beide Seiten gestern vereinbarten, soll die Zusammenarbeit deutlich verbessern und nicht nur Fahrgästen ein größeres Sicherheitsgefühl vermitteln.

"Allzuoft wird einfach weggeschaut. Wir wollen von dieser Kultur weg und wieder Hilfsbereitschaft zeigen", sagt BBG-Geschäftsführer Frank Wruck zum Anliegen der Vereinbarung. Die Idee zur Partnerschaft mit der Polizei hatte er von Neuss mitgebracht, wo das Projekt schon seit einiger Zeit erfolgreich praktiziert wird.

Nach ersten Anläufen im vergangenen Jahr gibt es seit gestern einen dreiseitigen Vertrag und bei jedem Busfahrer den Notruf 110. Zwölf Punkte umfasst die Vereinbarung, angefangen bei den Aufklebern, die an jedem Bus angebracht werden, über Schulungen, gemeinsame Werbekampagnen gegen Drogenmissbrauch und Gewalt bis hin zu regelmäßigen Kontakten.

"Wir wollen, dass die Fahrgäste nicht nur sicherer fahren, sondern sie vor allem ermuntern, sich einzumischen", erklärt Polizeipräsidentin Uta Leichsenring. Insofern sei der Aufkleber nicht nur als Information, sondern als Aufforderung zu verstehen. In den vergangenen Jahren habe es rund um den öffentlichen Personennahverkehr und Bushaltestellen Straftaten unterschiedlicher Art gegeben. Das Spektrum reiche von Ordnungswidrigkeiten über Gewalt jugendlicher Gruppen bis hin zu fremdenfeindlichen Handlungen. Derartige Delikte haben zur Konsequenz, dass sich viele Bürger in ihrer Sicherheit beeinträchtigt fühlen.

"Ich bin sehr froh, dass Herr Wruck diese Idee geboren hat", lobte Landrat Bodo Ihrke als kommunaler Gesellschafter der BBG. Die fahrenden Notrufsäulen seien wichtige psychologische Faktoren. "Es ist leider nun mal so, dass Tankstellen und Bushaltestellen vor allem von älteren Menschen als 'Angst-Räume' gesehen werden", sagte der Landrat mit Blick auf jüngste Untersuchungsergebnisse des Seniorenbeirats (MOZ berichtete).

Bei der praktischen Umsetzung der Ordnungsparinerschaft werden sowohl die Schutzbereiche der Polizei Eberswalde und Bernau mit den Fahrern der Busgesellschaft zusammenarbeiten. Während die Berufskraftfahrer in erster Linie Notrufe beziehungsweise Hilfeersuchen weiterleiten und ihre tägliche Fahrtroute noch aufmerksarner ins Visier nehmen. sichert das Polizeipräsidium ein unverzügliches und konsequentes Einschreiten zu. Gleichzeitig gibt es ab sofort Informationen zum aktuellen Kriminalitäts- und Verkehrsunfallgeschehen sowie Staumeldungen. Welche Informationen für Polizei wichtig sind und wie sich Busfahrer in bestimmten Situationen verhalten sollten, vermittelt ein gemeinsames Training, das in den nächsten Tagen anläuft.

Das Pilotprojekt der Bamimer Busgesellschaft gilt zunächst nur für den Landkreis Barnim. " Der Landkreis Markisch-Oderland gehört zu einem anderen Polizeipräsidium. Doch wir hoffen, dass wir dort ebenso gute Resonanz finden", so Wruck. Erste Ergebnisse der Ordnungspartnerschaft wollen beide Vertragspartner in einem halben Jahr auf den Tisch packen.

Aufkleber für Busse

Aufkleber für Busse


Geschäftsführer Frank Wruck und Polizeipräsidentin Uta Leichsenring unterschrieben gestern die erste Ordnungspartnerschaft im Land Brandenburg. Landrat Bodo Ihrke (r.) war bei diesem historischen Augenblick dabei.

Vertragsunterzeichnung am 09.01.2001


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